Vier unserer Lernenden biegen auf die Zielgerade ein: Vier Jahre lang haben Xenia, Levi, Timon und Manuel in der Schreiner48 Academy gelernt, Maschinen korrekt anzuwenden, Holz in Form zu bringen und Pläne zu lesen. Bei der IPA zeigt sich nun, wer inzwischen wie ein echter Profi denkt. Die Aufgabe klingt simpel, ist aber die Reifeprüfung: Ein eigenständiges Möbel von A bis Z zu planen, kalkulieren, konstruieren und bis zum letzten Schliff zu finalisieren.
Gleiche Idee, andere Umsetzung
Wer die Abschlussarbeiten unserer diesjährigen Academy-Klasse sieht, merkt schnell: Das gleiche Möbelstück kann zwei völlig verschiedene Geschichten erzählen. Während Timon Goudsmit bei seinem Sideboard auf geschwungene Linien und traditionelles Massivholz setzte, kombinierte Xenia Walser Nussbaum mit gebogenem Stahl.
Timons Meisterwerk mit geschwungenen Linien
Bis die Entscheidung für sein Möbel stand, war es für Timon ein längerer Weg: «Ich habe schon vor einem Jahr angefangen, Ideen zu sammeln. Manche gingen zwischendurch um 180 Grad in eine völlig andere Richtung», erzählt er grinsend. Am Ende siegte das von Timon gefertigte Sideboard: Ein echter Hingucker aus Kastanien- und Kirschholz, getragen von elegant geschwungenen Beinen. Das Herzstück des Möbels: Ein handgezinkter Korpus mit drei Schubladen, verbunden durch traditionelle Schwalbenschwanz-Verbindungen.
Der letzte Schliff vor dem Academy-Abschluss: die IPA 2026
Der letzte Schliff vor dem Academy-Abschluss: die IPA 2026
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Bei Xenia trifft Eleganz auf Stahl
Xenia wählte einen anderen Ansatz und wagte den Materialmix: Sie kombinierte edles Nussbaumholz mit gebogenen Stahlseiten. Das raffinierte Möbelstück (ausgestattet mit zwei Schubladen in der Mitte sowie Fronten und Tablaren links und rechts) ist sogar komplett demontierbar. Beim optischen Herzstück des Möbels stieg der Puls: Damit das Furnierbild auf den Fronten perfekt und ohne Unterbrechung durchläuft, musste die Platte am Stück furniert werden. «Dieser Moment war schon etwas angsteinflössend», gibt Xenia schmunzelnd zu. «Man hat schliesslich nur diesen einen Versuch.» Doch ihr Mut wurde belohnt – das Furnierbild sitzt. Ihr IPA-Fazit fällt positiv aus: «Es hat unglaublich viel Spass gemacht, das Möbel selbst zu designen. Und ich habe dabei viel gelernt, was ich bereits jetzt schon im Alltag anwenden kann.»
Vier Profis auf der Zielgeraden
Neben Xenia und Timon hat Manuel mit einem durchdachten Schreibtisch überzeugt, während Levi mit einer präzisen Standuhr bewies, dass Schreiner48 auch die Zeit im Griff hat. Alle vier sind zu Recht stolz auf ihre Arbeiten. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt der Truppe allerdings nicht. Nach dem Meisterstück aus Holz wartet nun das Meisterstück auf dem Papier: In wenigen Tagen beginnen die finalen theoretischen Lehrabschlussprüfungen.