Andres’ Deutsch ist noch nicht perfekt – doch daran arbeitet er hart. Jeden Dienstag besucht er den Unterricht, und seine Gspäändli merken Woche um Woche, wie sich sein Wortschatz und seine Aussprache verbessern.
Von Medellín ins Appenzell
Andres ist in Kolumbien nahe Medellín aufgewachsen. Schon als Kind wusste er, dass seine Leidenschaft der Kreativität gehört. Darum studierte er Industriedesign. Er arbeitete ein paar Jahre in dem Beruf, machte Karriere und gründete ein Start-up. Dabei lernte er einen Kunden aus der Schweiz kennen. Bald wurde aus dem Geschäft Freundschaft und als der Freund ihn fragte, ob er dessen Haus im Appenzell umbauen würde, war Andres Feuer und Flamme für das Projekt.
Ein Wink des Schicksals
2022 reiste Andres also ins Appenzell und half beim Umbau. Er fand Freunde und entschied: «Ich bleibe in der Schweiz!». In Zürich baute er sich ein neues Leben auf und als er eines Tages an einem auffälligen Schild vorbei radelte, musste er das grafisch schöne Logo einfach fotografieren: Schreiner48. Zu Hause googelte er nach Schreiner48 und fand eine Website, die ihn direkt ansprach: Freundlich, offen, klar verständlich und – das Beste für Andres – auf der Suche nach Personal. Kurzerhand vereinbarte er einen Kennenlern-Video-Call. Dass das Gespräch auf Deutsch stattfand, liess ihm das Herz zuerst in die Hosen sinken. Doch irgendwie verständigte man sich und Andres wurde zur Schnupperlehre eingeladen.
«Nur wenn du mit deinem ganzen Herzen an etwas arbeitest, kannst du das erreichen, was du dir erträumst.»
Zunächst begann der heute 35-Jährige in der Schreinerei zu arbeiten. Bald zeigte sich: Die Sprachbarriere ist eine Herausforderung. Im beruflichen Alltag, wo viele Maschinen und Geräte auf Deutsch erklärt sind, wirds schwierig.
Eine einmalige Chance
Schreiner48 besprach sich mit der Berufsschule, denn intern war klar: Dieser Mensch passt zum Unternehmen. Er hat Leidenschaft für das Schreinern und bringt die richtigen sozialen Skills fürs Team mit. Deshalb ermöglicht Schreiner48 ihm eine einmalige Ausnahme: eine Zweitausbildung in der Schreiner48 Academy.
Zukunftspläne
Jetzt lernt Andres den Schreinerberuf von Grund auf, spricht mit seinen Kolleginnen und Kollegen täglich deutsch und fühlt sich in der Schweiz so wohl, dass er von einer Zukunft träumt, in der er seine Design-Ausbildung mit der Schreinerei verbindet. Doch bis dahin heisst es: lernen und hart arbeiten.