Die Sonne brennt über den Steindächern von Palagnedra im Centovalli. Im Schatten der Rusticos aber herrscht emsige Betriebsamkeit: Vom 10. bis 14. August 2026 verwandelte sich das Feriendomizil von Markus und Claudia zum wiederholten Mal in eine vollwertige Werkstatt mitten in der Tessiner Idylle.
Flow statt Werkstatt-Takt: Eine Woche im Centovalli
Vier Lernende – Nell, Luca und die beiden Robins – reisten mit Ausbildnerin Sarina ins Centovalli. Im Gepäck viel Vorfreude auf neue Erfahrungen abseits des gewohnten Werkstattalltags.
«In Palagnedra herrscht einfach eine ganz andere Stimmung», erinnert sich Nell. «Alles ist etwas weniger durchgetaktet als gewohnt, und wir arbeiten irgendwie mehr im Flow.» Dazu trägt nicht zuletzt Claudia bei, die das Team jeden Morgen mit einem ausgiebigen Brunch verwöhnt. Und wenn die Hitze im Tagesverlauf unerbittlich steigt, bringt nur eines echte Abkühlung: der Sprung in den Dorfbrunnen.
Doch wer bei alledem an Ferien denkt, irrt sich gewaltig. «Es war eine sehr coole Woche», sagt Sarina, «aber auch etwas chaotischer als sonst – weil wir ein wirklich strenges und straffes Programm hatten.»
Präzisionstests und Improvisationstalent
Die Aufgabe der Woche: frische Werkzeugkisten für die neuen Lernenden und feingliedrige Topfuntersetzer, die im Academy-Shop erhältlich sein werden. Die Pläne dafür und auch das Material waren zuvor in Schlieren vorbereitet worden. Darum zeigte sich erst vor Ort, wie anspruchsvoll die Umsetzung in der Praxis wirklich war.
Zwischen Präzision und Pantomime: Das Sommerlager 2026
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Nell war hauptsächlich für die Untersetzer zuständig und lernte schnell, wie viel Genauigkeit in einem einzigen kleinen Detail stecken kann. Besonders die Kammverbindung, in Schlieren entworfen, geplant und getestet, bereitete vor Ort Kopfzerbrechen: Sie musste millimetergenau sitzen.
Dazu kam der Zeitdruck: «Die Zeit war am Ende knapper als gedacht», meint Nell. «Am Donnerstag mussten wir nochmals richtig durchziehen, damit am Freitagmorgen aufgeräumt und mittags abgereist werden konnte.» Aus geplanten 15 Untersetzern wurden am Ende zehn – dafür in makelloser Ausführung. Auch die drei Werkzeugkisten wurden termingerecht fertig.
Und als wäre das Pensum nicht schon voll genug, montierte Luca kurzerhand noch eine Trennwand für einen Anwohner aus dem Dorf. Das ist echter Schreiner48-Spirit.
Das Geheimrezept: Zusammenhalt, Pantomime und Go-Karting
Bei aller Anstrengung kam das Miteinander nie zu kurz. Am Mittwochnachmittag ging es beim Go-Kart-Fahren so richtig zur Sache. Und sobald die Werkzeuge am Feierabend ruhten, wurde es bei den Pantomime-Runden regelmässig laut – und vor allem sehr lustig.
«Die Woche verbindet einfach enorm», bringt es Nell auf den Punkt.
Was bleibt, sind nicht nur funktionale Werkzeugkisten, präzise Untersetzer und eine perfekt eingepasste Trennwand, sondern ein Team, das zusammengewachsen ist und bewiesen hat: Mit Kreativität, Anpassungsfähigkeit und echtem Zusammenhalt lässt sich jede handwerkliche Herausforderung meistern.